Chen Ronghui, Freezing Land 30, 2016-2018 Courtesy Chen Ronghui & Three Shadows + 3 Gallery

4. JUNI 2020 - 26. FEBRUAR 2021

ABOUT US.
Junge Fotografie
aus China

Was erzählt Fotografie über die Lebenserfahrungen des Einzelnen angesichts eines radikalen Wandels der Gesellschaft? Welche Bildsprachen erfindet eine jüngere Generation von Kunstschaffenden in China auf der Suche nach dem eigenen Selbstverständnis?

Die Ausstellung präsentierte eine Auswahl von 70 Fotografien aus den letzten 20 Jahren von 14 chinesischen Künstler*innen – allesamt Arbeiten, die Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek auf ihren zahlreichen Reisen nach China für die Stiftung erworben hat.

Nach Robert Rauschenbergs großer Serie in der letzten Ausstellung Study for Chinese Summerhall aus dem Jahr 1983 mit ihrem westlichen Blick auf das Land zeigen diese Fotografien nun Innenansichten der im Land lebenden Kunstschaffenden. Ihre Themen kreisen um Selbstwahrnehmung, subjektive Erfahrungen und alltägliche Lebensformen. Sie reichen von der Dokumentation des explosionsartigen sozialen Wandels über die kritische Wahrnehmung der neuen Bedingungen des Lebens in den Metropolen und auf dem Land bis zur Aufmerksamkeit für das verschwindende kulturelle Erbe. Ob in stiller dokumentarisch anmutender Schwarz-Weiß Ästhetik oder als dramatische Inszenierung in Farbe, sie alle erzählen von den Erfahrungen der Kunstschaffenden selbst, „About Us“. Mit Themen wie Erinnerung und Geschichte, Melancholie und Widerstand, Traum und Vision, Körper und Individualität handeln sie von der Suche nach der eigenen Identität. Sie sind Spiegel von Wunschvorstellungen und Ängsten, Isolation und Lebenslust, Neugierde und Depression, von Coolness und Konfusion ihrer Autoren.

Ausstellungsort
Villa
Karl-Theodor-Str. 27
80803 München

Anfahrt

Yang Fudong, International Hotel No. 11, 2010 © Yang Fudong, Courtesy Yang Fudong & Blindspot Gallery

Eine neue Generation von Kunstschaffenden hatte in den 1980er und 1990er Jahren nach dem Ende der Kulturrevolution in China einen fundamentalen Wandel der künstlerischen Produktion vollzogen. Nach sozialem Realismus, Ideologie und Propaganda entwickelte sie neue Konzepte, Stile und Techniken. Der Begriff „Experimentelle Fotografie“ versucht, die komplexen und sehr unterschiedlichen experimentellen und konzeptuellen Arbeiten, die seit den 1990er Jahren bis heute entstanden sind, zusammenzufassen. Deren Vielfalt spiegelt sich in der Auswahl der in der Ausstellung repräsentierten Künstlerinnen und Künstlern, von denen einige international renommiert, andere außerhalb Chinas weitgehend unbekannt sind.

Die Ausstellung verstand sich als ein Beitrag zum Diskurs über die gegenwärtige Fotografie in China, einem Land, das zunehmend als wesentliche globale politische und wirtschaftliche Macht in Erscheinung tritt, dessen Bilderwelten im Medium der Fotografie in der westlichen Hemisphäre jedoch wenig bekannt sind. Jene Bilder mit ihren autobiographischen Erzählungen, ihren subjektiven Vorstellungswelten, Gegenentwürfen und Visionen gaben einen Einblick in die individuellen komplexen Gefühls- und Erfahrungswelten einer jüngeren Künstlergeneration, die auf der Suche nach ihrer Identität in turbulenten Zeiten die Fotografie in vielfältiger Weise als ihr Medium nutzt.

Mit Arbeiten von:

Adou

Birdhead

Cai Dongdong

Chen Ronghui

Chen Wei

Gao Mingxi

Jiang Pengyi

Liang Xiu

Ren Hang

RongRong

RongRong & Inri

Wang Ningde

Yang Fudong