10. OKTOBER 2025 - 28. MAI 2026

Future Horizons
Glas in der zeitgenössischen Kunst

Die Alexander Tutsek-Stiftung feiert mit der Ausstellung Future Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst ihr 25-jähriges Bestehen. Sie zeigt eindrucksvolle Skulpturen und Installationen von rund 50 internationalen Künstler*innen. Sie ist eine Feier der Fülle und Diversität, eine Manifestation von Vorstellungskraft und Erfindungsreichtum. Jedem Werk ist seine eigene Geschichte implementiert durch Intention, Bedeutung, Herkunft, Material und Technik. Darüber hinaus entspinnen sich in der Zusammenschau und den spezifischen Nachbarschaften mit anderen Werken assoziativ kleine Geschichten, die die Maxime für eine humane Zukunft umschreiben. Sie handeln von Gastfreundschaft, Empathie und Mut, von Schönheit, Neugier und Staunen, vom Ritual alltäglicher Gesten, von Würde und Versöhnung, Witz und Humor, Geschichte und Bewahrung, Erfindung und Experiment.
Allen Werken gemeinsam ist ein in der Kunst eher selten verwendetes Material: Glas. Es entfaltet seine spezifische Wirkung durch Licht und Farbe durch Haptik und technische Raffinesse, eine erzählerische Qualität und seine emotionale Aura. Die präsentierten Exponate, die zur Sammlung der Alexander Tutsek-Stiftung gehören, führen die aufregenden künstlerischen Praktiken des Arbeitens mit Glas vor Augen – ob formgeschmolzen, geblasen, geschliffen, ungeschliffen, freigeformt oder sandgestrahlt. Sie zeigen zudem in die Zukunft weisende Entwicklungen der Verbindung von Glas mit Fotografie, Video und Performance, mit Poesie, Licht, Elektronik oder künstlicher Intelligenz.

Ausstellungsort
BlackBox & BlackBox FirstFloor
Georg-Muche-Straße 4
80807 München

Öffnungszeiten
So-Do und feiertags geöffnet, 12-18 Uhr

Anfahrt

 

Kuratiert von
Dr. Petra Giloy-Hirtz und
Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek

 

Im Rahmen des Jubiläums erscheint die reich bebilderte Publikation About Glass. Contemporary Sculpture and Installations, die erstmalig die Entwicklung des Materials Glas in der zeitgenössischen Kunst aufgreift:

Eva-Maria Fahrner-Tutsek, Petra Giloy-Hirtz
About Glass. Contemporary Sculpture and Installations.

Mit Beiträgen u.a. von Andrea Lissoni und Tina Oldknow

München: Hirmer, 2025

Ausstellungsansicht Future Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst, Alexander Tutsek-Stiftung, München, BlackBox, mit Arbeiten von Ursula van Rydingsvard, Mona Hatoum und Haroon Mirza

© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 , Foto: NOSHE

Ausstellungsansicht Future Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst, Alexander Tutsek-Stiftung, München, BlackBox FirstFloor, mit Arbeiten von Guan Donghai, Antoine Leperlier, Shima Koike und Neringa Vasiliauskaite © VG Bild-Kunst, Bonn 2025 , Foto: NOSHE

© VG Bild-Kunst, Bonn 2024, Foto: NOSHE

Auf zwei räumlichen Ebenen präsentiert Future Horizons Werke, die aus der Studioglasbewegung hervorgegangen sind, wie aus dem Feld der zeitgenössischen Kunst. Durch die Auswahl der Exponate und die Ausstellungsarchitektur eröffnen sie, so der kuratorische Hintergrund, zwei Gedanken- und Resonanzräume: In der BlackBox – weit und dynamisch, hell und energetisch – befinden sich die Skulpturen, meist silbern, transparent, weiß oder schwarz, frei im Raum, liegend auf dem Boden oder schwebend von der Decke. Andere, von kleinerem Format, reihen sich in einer „endlosen“ linearen Choreographie aneinander: wie SILVER LININGS. VISIONS erscheinen sie am spiegelnden Horizont.

Im BlackBox FirstFloor überrascht mit der Entfaltung der Objekte in einer reichen Palette von Farben, ob Blau, Grün, Gelb oder Pink und mit einem anderen Design: ABUNDANCE. EXPANSION OF THE MIND, so ließe sich dieser Raum überschreiben.

In ihren unterschiedlichen Energien und „Temperaturen“ laden beide Ausstellungsebenen das Publikum zur „Bewegung“ ein, zur körperlichen Erfahrung des Umhergehens, des Flanierens: in erster Linie, um die Kunstwerke zu betrachten, aber auch sich selbst – in Beziehung zum Werk und in Beziehung zum anderen zu setzen – und so durch Bewegung und Spiegelung Teil des Ganzen zu werden.

Das Design der Ausstellung, gestaltet von dem Berliner Büro Bruzkus Greenberg, nutzt den Vorteil zweier Ausstellungsräume durch unterschiedliche Farbgebung – in der BlackBox bewegt sie sich zwischen Silber und Schwarz, im BlackBox FirstFloor explodiert die Farbe. In beiden Etagen endet der Galerieraum mit verspiegelten Flächen, die die Wahrnehmung der Räume verdoppeln. Die Architekten möchten, dass die Besucher*innen in den Horizont blicken und die Werke im Fluss der Zeit betrachten und nicht nur einen Blick zurückwerfen. Die Spiegel in den Vitrinen scheinen zudem das Raumgefühl über die Wände der Galerie hinaus zu erweitern und spielen mit der Perspektive und der Wahrnehmung der Raumgrenzen. Eine scheinbar unendliche Nische entlang der rechten Wand kann man abschreiten, in dem grausilbernen und mit Spiegeln als Hintergrund gestalteten Bereich befinden sich Werke von einzelnen Künstler*innen. Die Reflexionen laden die Besucher*innen ein, das einzelne Objekt im Kontext des gleichzeitig sichtbaren Raumes dahinter zu betrachten. Die Spiegel schaffen einen grenzlosen Raum. Sie transformieren die Idee der Ausstellung in die Architektur; sie sind eine räumliche Metapher für die Offenheit gegenüber zukünftigen Horizonten.

Mit Arbeiten von:

Philip Baldwin/Monica Guggisberg

Monica Bonvicini

Mark Bradford

Dale Chihuly

Tony Cragg

Erwin Eisch

Simone Fezer

Sayo Fujita

Sachi Fujikake

Josepha Gasch-Muche

Donghai Guan

Jens Gussek

Mona Hatoum

Franz Xaver Höller

Shirazeh Houshiary

Tao Hui

Ann Veronica Janssens

Hassan Khan

Ju Young Kim

Shima Koike

Yoshiaki Kojiro

Alicja Kwade

Antoine Leperlier

Stanislav Libenský/Jaroslava Brychtová

Jessica Loughlin

Tanya Lyons

Haroon Mirza

Masayo Odahashi

Sibylle Peretti

Laure Prouvost

Gizela Šabóková

Masahiro Sasaki

Kiki Smith

Jana Sterbak

Neringa Vasiliauskaitė

František Vízner

Ursula von Rydingsvard

Janusz Walentynowicz

Qin Wang

Pae White

Terry Winters

Ann Wolff